Bei DIN Normen handelt es sich um einen Vorgang der Vereinheitlichung durch das Deutsche Institut für Normung. Hierbei geht es in erster Linie darum, mit Normungen die internationale Zusammenarbeit zu optimieren und zu vereinfachen. Klare Normen geben Aufschluss über Eigenschaften von immateriellen und materiellen Gütern. Durch DIN Normen wird somit gewährleistet, dass Werkzeuge und Werkstücke mit denen anderer Hersteller kompatibel sind. Einzige Vorrausetzung: Alle Parteien verwenden zur Produktion die gleichen Normen. Facharbeiter begegnen Normen häufig in sogenannten Tabellenbüchern. In ihnen ist beispielsweise dokumentiert, welche Eigenschaften eine Passung haben muss und mit welchen Werkzeugen, Drehzahlen und mit welchem Vorschub die Voraussetzungen für eine Passung geschaffen werden, damit diese den vorgesehenen Normen entspricht.

Im Rahmen einer Passung ist dies von besonderer Bedeutung, da diese häufig für Verbindungen mit Stiften verwendet werden. Um die gewünschte Festigkeit der Verbindung zu erreichen, muss der entsprechende Stift, die gleichen Voraussetzungen der DIN Normen erfüllen, da er sonst nicht passt oder die Festigkeit nicht erzielt wird. Dies ist insofern sehr praktisch, da Hersteller von Passung und Stift nicht identisch sein müssen. Auch im Rahmen der Ersatzteilbeschaffung bieten die Normen enorme Vorteile, da der Verbraucher davon ausgehen kann, dass die Stifte im Baumarkt die Eigenschaften erfüllen, die für seine Zwecke benötigt werden. Ebenso führen Normen und Richtlinien zu einer Risikominderung, da Maschinen und andere technische Geräte den gesetzlichen Anforderungen entsprechen müssen. Die Risikobeurteilung ist also Pflicht und erfolgt ebenfalls nach DIN Normen.

Der Prozess zur Normung der DIN Normen

DIN Normen werden erst entworfen

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Von jedem einzelnen Bürger können Normungsarbeiten beantragt werden. Jeder, der sich auf etwas spezialisiert und ein professionelles Interesse daran entwickelt hat, kann den Prozess für Normungsarbeiten an DIN Normen in Gang setzen. Hierfür muss formlos ein Antrag eingereicht werden. Dieser sollte nach Möglichkeit eine Begründung und konkrete Vorschläge zur Entwicklung von DIN Normen beinhalten. Nachdem die Finanzierung und der Bedarf für die jeweiligen Normen geklärt ist erfolgt ein Antrag auf das Normungsprojekt. Im Anschluss daran wird das Normungsprojekt einem entsprechenden Arbeitsgremium zugeteilt, welches sich mit DIN Normen beschäftigt. Die am Arbeitsgremium beteiligten Experten entwickeln eine Basis als Normvorlage, aus welcher schließlich der Normentwurf hervorgeht. Bevor eine DIN Norm entsteht, werden Normenentwürfe zunächst der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach der Veröffentlichung kann über einen Zeitraum von vier Monaten zu dem Normentwurf Stellung bezogen werden. Nach Ablauf der vier Monate berät ein Arbeitsausschuss über einen Zeitraum von weiteren drei Monaten über die Stellungnahmen zum Normentwurf. Sollten Uneinigkeiten entstehen, wird im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens über die strittigen Punkte beraten und diese behoben. Sind alle Punkte dieses Vorgangs abgeschlossen, kommt es zur endgültigen Veröffentlichung einer DIN Normen.

Bei DIN Normen handelt es sich um Empfehlungen

DIN Normen basieren auf der Grundlage von Erfahrungen, Technik und Wissenschaft. Der Allgemeinheit werden DIN Normen im Rahmen von Prozessen zur Normung zur Verfügung gestellt. DIN Normen können, müssen jedoch nicht verwendet werden. Bei DIN Normen handelt es sich lediglich um Empfehlungen, die nicht zwingend Berücksichtigung finden müssen. Allerdings finden Normen auch bei der Gesetzgebung Anklang, sodass die Einhaltung dieser teilweise sogar gesetzlich vorgeschrieben wird. Die Einbeziehung von Normen in die Gesetzgebung kann beispielsweise bei Themen der Unfallverhütung, Arbeitssicherheit, Fluggeräten, Fahrzeugen und Ausschreibungen erfolgen. Wenn es um Sicherheit und Menschenleben geht, wird sehr häufig die Anwendung von bewährten Normen gesetzlich festgelegt. In der Vergangenheit haben sie sich zunehmend bewährt, sodass sie große Anerkennung finden. Insbesondere, weil Normen verschiedene Abläufe vereinfachen und Formate so klar definieren, dass Produktionen den DIN Normen angepasst werden. Daraus resultiert der Vorteil, dass die Kompatibilität von Produkten gesteigert werden kann. Bekannte Beispiele für DIN Norm:

DIN Normen anhand con Papierformaten

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  • Papier- Formate
  • Stahlsorten
  • Gewinde

Aber nicht nur im produzierenden Gewerbe finden Normen Anwendung. Bereits im Büro werden Abläufe und Formate häufig genormt. Dies trägt nicht nur zur Vereinfachung von Abläufen bei, sondern kann auch die Kommunikation auf internationaler Ebene erleichtern. Ein einfaches Beispiel aus dem Büro ist die Normung des Datums auf dem Briefpapier. Zu früheren Zeiten führten unterschiedliche Datums- und Zeitformate häufig zu Missverständnissen. Werden aktuelle Normungen bei der Erstellung von Briefen und Verträgen verwendet, sind die entsprechenden Unterlagen auf internationaler Ebene eindeutig und unmissverständlich, wenn alle Kriterien der entsprechenden Normen berücksichtigt wurden. Dementsprechend gibt es auch unterschiedliche Ausführungen der Regelwerke bzw. Tabellenbücher, die jeweils für bestimmte Branchen entworfen wurden.

Auch eine Technische Dokumentation muss für den Inhalt die Normen beachten, welche für das Produkt in der Technischen Dokumentation bedeutend ist. Das Regelwerk mit DIN Normen basiert auf einer privaten Grundlage, welche jedoch von den unterschiedlichen Branchen, national und international, anerkannt wird. Normen vereinfachen Prozesse und lassen sich bei Veränderungen leicht anpassen. Mit DIN Normen wird in der Regel der Stand der Technik abgebildet. Es kann jedoch auch vorkommen, dass einzelne Normen nicht dem aktuellen Entwicklungsstand entsprechen. Durch entsprechenden Nachweis von neuen Erkenntnissen können DIN Normen jedoch nachgebessert werden, sodass der aktuelle Stand der Technik wieder erreicht wird. In der Gesamtheit werden DIN Normen als Deutsches Normenwerk bezeichnet. Das Normenwerk erfährt eine permanente Veränderung und umfasst aktuell etwa über 33 Tausend.149 Unterlagen, welche die einzelnen DIN Normen dokumentieren. Im Rahmen der Globalisierung machen sich jedoch Veränderungen bei den Normungen bemerkbar. Es werden zunehmend internationale und europäische Regeln und Normen in das Werk aufgenommen, während deutsche Normen weniger werden. Der Anteil deutscher Normen liegt aktuell bei etwa 15 Prozent.